Nachdem ich Andi plus Freundin am Flughafen von Caracas verabschieded habe (viel Glueck euch beiden in Deutschland!) habe ich mich auf den Weg in den Westen von Venezuela gemacht. Eine 13 steundige plus eiskalte Busfahrt spaeter und ich war in Merida. Kleiner Tip: Wer gerne einmal in einem Kuehlschrank durch Suedamerika reisen moechte, sollte unbedingt die Buse in Venezuela aufsuchen. Die Buse sind so kalt, dass die Scheiben von aussen beschlagen. Kein Witz!!!! Ich habe immer gedacht, sollte ich mal erfrieren, dann vielleicht auf einer Reise in die Antarktis, aber das es beinah auf einer Busfahrt durch Venezuela passiert waere, haette ich mir vor meiner Reise auch nicht traeumen lassen.
Die ersten paar Naechte habe ich in einer netten, vom Schweitzer Markus gefuehrten Posada verbringen duerfen. Sehr hilfreich und immer mit guten Tips zur Stelle, wenn auch ein klein wenig teuer. Markus, auf jeden Fall ein interessanter Mensch. Selbst nach 14 Jahren Hostel leben, ist er immer noch nicht muede, das Fruehstueck fuer die Gaeste in seinem eigenen Wohnzimmer zu servieren und sich stundenlang mit Backpackern ueber Gott und die Welt zu unterhalten! Ausserdem wurde ich durch ihn ueber den Schwarzmarkt in Venezuela aufgeklaert und konnte ein paar gute Geschaefte mit ihm machen. Da er ein deutsches Konto besitzt konnte ich goldene Euros in viele bunte Bolivianos eintauschen. Nur so kann man wirklich mit Spass in Venezuela Geld ausgeben, wenn es nicht grad ums Benzin geht. Ich habe bisher viele Leute getroffen, die nur den offiziellen Tauschkurs bekommen haben und dann direkt nach zwei Wochen Venezuela wieder verlassen haben.
Zum Ort Merida: Das wohl netteste, wenn auch immer noch laute und vom Verkehr belagerte Staedtchen Merida liegt mitten in den Anden und kann sich daher durch viele schoene Abenteuersportarten von anderen Orten abheben. Ich nutzte die Gunst der Stunde und bin fuer wenig Geld das erste mal Paragliden gewesen. Ein abgefahrenes Gefuehlmit dem Schirm abzuheben und auf einmal hundert Meter ueber der Erde zu schweben. Gekroent wurde das Erlebnis nach 20min als ich vor Glueck nicht mehr an mich halten konnte und dezent ca. dreimal aus dem Paraglider gebrooohoooochen habe! Der Lehrer blieb verschont. Lediglich mein Fleece hat gelitten. Schaden ist mittlerweile wieder behoben.
Die zweite wirklich adrenalingebende Sportart ist Canyoning. Wer immer auch die Chance hat diese Sportart auszuprobieren sollte das auf jeden Fall machen. Insofern man darauf steht von Felsvorspruengen in Fluesse zu springen und sich von Wasserfaellen abzuseilen. Zu Beginn bekommt man einen Wetsuit uebergestreift, begibt sich ziemlich weit zum Anfang eines netten Flusses im Dschungel und steigt diesen dann nur durch die Kraft seiner Beine und Arme herab. Teils springt man dann 5m vom Felsen ins Wasser und teils seilt man sich aus 20m einen Wasserfall herab. Adrenalin genug! Ich durfte das Ganze mit vier durchgeknallten Venzuelanern erleben, die am Tag zuvor ordentlich einen gekuebbelt hatten und ziemlich viel Spass am Posen vor der Kamera aber grosse Angst vorm Springen vom Felsen hatten. Auf die Fotos von denen warte ich bis heute noch. Weiter im Text.
In der Schweitzer Posada habe ich ne zeitlang mit Benny aus Muenchen im Dormitorio zusammen gewohnt. Sehr netter Kollege. Hatte grad sein Studium in Jura hinter sich gebracht und muesste nun schon in einer relativ grossen Anwaltskanzlei im Zentrum von Muenchen arbeiten. Er war sich bewusst, dass sein Leben jetzt vorbei ist!
Vielleicht war das auch der Grund mit seiner Freundin in Brasilien ihr erstes Kind zu zeugen! Ja, supper netter Mensch, mit dem ich dann nicht weit von Merida fuer nen Tag ne schicke Wandertour durch den Parque Nacional Sierra Nevada machen durfte. Sehr netter Park, sehr netter Tag. Unser Guide namens Toto hat seinen Teil zum gelungenen Tag beigetragen. Erfahrener Bergsteiger, der in Frankreich und Venezuela studiert hat und uns einige schoene Anekdoten aus dem Leben der Venezuelaner naeher gebracht hat. Mehr dazu in meinem naechsten Beitrag zu Venezuela.
So, nach all dem Nervenkitzel habe ich dann auch noch ne Woche Sprachschule mit Aufenthalt bei einer Familie eingelegt. Die Familie bei der ich wohnen durfte, war super nett und wohnte lediglich 5min von der Schule entfernt. Nach 6 Wochen reisen mal ne Woche an einem festen Ort zu bleiben war mal wieder ganz nett. Und meinem Spanisch hat es auch wirklich geholfen. Dank gutem Kaffee und den sauguten Baeckereien hier in Suedamerika war ich jeden Tag hoechst motiviert bei der Arbeit und hatte mit meinem Lehrer Jose Gonzalez ne gut Zeit. Wer jemals das Zitat: „Todo cabeza un mundo“, uebersetzt: „Jeder Kopf, eine Welt“ hoeren sollte, es ist von Jose!!!! Guter Mann!
Die Woche wurde weiterhin versuesst durch nette Bekanntschaften aus England, Schottland, Deutschland und Australien. Bin oefters ausgewesen und kann euch den Film: „Bruegge sehen und sterben“ ans Herz legen. Habe ihn mit Adam und Nadja aus Schottland gesehen und uns koestlich amuesiert. Hoffe, in deutsch ist er auch so gut!
Was gibt es noch aus dieser Woche zu berichten? Ich denke es war ne gute Mischung aus Hirnschmalz und Koerpereinsatz! Ganz nach der Weisheit: Gesunder Geist in gesundem Koerper!
Schlagworte: Iowa Institute, Merida, Venezuela, Venzuela